Mein Einbürgerungverfahren in Basel - Teil 2: Vorbereitung und Gesuchsstellung

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Dieser Artikel ist Teil einer Artikelreihe:
  1. Intro
  2. Vorbereitung und Gesuchsstellung
  3. Telefonisches Erhebungsgespräch

Achtung: Die Informationen in diesem Artikel beziehen sich auf das Verfahren im Kanton Basel-Stadt, die Verfahren in anderen Kantonen weichen z.T. stark ab.

Normalerweise muss man sich vor der Einreichung des Einbürgerungsgesuchs vom Migrationsamt beraten lassen. Pandemiebedingt ist die Beratung momentan aber nur telefonisch oder via E-Mail möglich.

Beratung via E-Mail

Einen Grossteil der Informationen zur Einbürgerung lässt sich online finden. Eines der wichtigsten Dokumente - die Checkliste, welche Dokumente überhaupt einzureichen sind - wird aber nur bei der Beratung ausgehändigt.

In meinem Fall hatte sich die Beratung auf einen kurzen E-Mail-Austausch beschränkt: Ich habe meine Situation geschildert und ein paar Fragen zu den Online-Informationen gestellt, und hatte schon am nächsten Tag eine Antwort in der Inbox, mit der Checkliste im Anhang. Soweit, so gut. Allerdings fände ich es durchaus begrüssenswert, wenn die Checkliste online verfügbar wäre, allein nur schon deswegen, damit man den Aufwand für das Zusammentragen der Dokumente im Voraus abschätzen kann.

Die Checkliste ist sehr umfangreich. Neben der Checkliste selbst sind unter anderem folgende Dokumente einzureichen:

  • Das Gesuchsformular, in dem man Angaben zur Person, Wohnsitzfristen etc. macht
  • Kopien von Ausweisen und Aufenthaltstiteln
  • Wohnsitzbestätigungen, Betreibungsregisterauszüge und Steuerausweise von ehemaligen Wohnkantonen (in meinem Fall der Kanton Aargau)
  • Ein Registerauszug vom Zivilstandsamt, mehr dazu weiter unten
  • Nachweise über Berufstätigkeit, Ausbildung o.Ä.
  • Ein Sprachnachweis, wobei in meinem Fall die Selbstdeklaration genügt, deutsch als Muttersprache zu sprechen
  • Ein Formular über die Erfüllung der Einbürgerungsvoraussetzungen

Zusammenstellung der Dokumente

Die meisten Dokumente sind schnell zusammengetragen: Wohnsitzbestätigungen und Betreibungsregisterauszüge lassen sich bei den meisten Gemeinden online bestellen. Ausweiskopien, Arbeitgeberbestätigung und Ausbildungsnachweis sind ebenfalls schnell parat. Der Steuerausweis kann gemäss Information auf der Checkliste erst nach Erhalt des Zivilstands-Registersauszugs bestellt werden.

Das Gesuchsformular und Formular über die Einbürgerungsvoraussetzungen sind ziemlich umfangreich, man muss unter anderem Angaben machen zu:

  • Ehemaligen Wohnsitze innerhalb und ausserhalb der Schweiz
  • Die Ausbildungs- und Schullaufbahn zurück bis zum Kindergarten
  • Art der finanziellen Absicherung (Berufstätigkeit, Rente, etc.)
  • Vorstrafen, Gerichtsverfahren und/oder unbeglichen Schulden
  • Teilnahme am sozialen Leben (z.B. Vereine, Hobbies)
  • Art der Kontakte zu Schweizer Bürgern:innen

Zudem muss man 4 Referenzpersonen angeben, die - mit Ausnahme von Vorgesetzten oder Lehrpersonen - das schweizer Bürgerrecht haben müssen.

Besuch auf dem Zivilstandsamt

Der Registerauszug des Zivilstandsamts muss auch trotz Pandemie persönlich vor Ort bestellt werden.

Mein erster Besuch auf dem Zivilstandsamt ging ziemlich schnell und war ziemlich informativ: Um den Auszug bestellen zu können, muss ich erst noch ein paar Dokumente einreichen... Das meiste davon hatte ich schon parat, allerdings musste ich noch eine aktuelle Geburtsurkunde von meinem Geburtsort in Deutschland bestellen. Die Sachbearbeiterin gab mir noch eine Checkliste mit, und damit war das Gespräch auch schon erledigt. Zudem hatte sie mir noch den Tipp gegeben, mit dem Bestellen von anderen Dokumenten wie Wohnsitzbestätigungen abzuwarten, da die Eintragung im Zivilstandsregister und anschliessende Erstellung des Auszugs einige Wochen dauern könne.

Nach einigen Tagen hatte ich die Geburtsurkunde im Briefkasten, und bin zum zweiten Mal aufs Zivilstandsamt, dieses mal ausgestattet mit allen benötigten Dokumenten und den Gebühren in bar.

Einreichung des Gesuchs

5 Wochen nach der Bestellung auf dem Zivilstandsamt wurde ich nochmal via E-Mail eingeladen, um die erfassten Daten nochmal zu bestätigen und den Registerauszug abzuholen. Danach musste ich noch den Steuerausweis beim Finanzdepartement des Kantons bestellen, dieser war trotz Bestellung auf dem Postweg aber bereits 2 Tage später im Briefkasten.

Nun hatte ich endlich alle Unterlagen zusammengetragen, und habe das Einbürgerungsgesuch via Post ans Migrationsamt geschickt. Seit der ersten Beratung hat es fast 10 Wochen gedauert, um die benötigten Dokumente zu besorgen. Aber das lange Warten beginnt erst jetzt...